Open-Xchange AG
Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs: Digitale Souveränität im Public Sector
Auftraggeber:
Open-Xchange (OX) hat das Ziel, das Internet frei und offen zu halten. Mit seiner Open-Source-Software ermöglicht OX Partnern, Kunden und Nutzern, wettbewerbsfähige Kommunikations- und Collaboration-Dienste gegenüber globalen Hyperscalern anzubieten. Die OX App Suite bietet sichere, benutzerfreundliche E-Mail- und Produktivitätstools, die weltweit von Hunderten Millionen Menschen genutzt werden. Als führender Anbieter einer integrierten Open-Source-Plattform für Messaging, Collaboration und Produktivität unterstützt OX Telekommunikationsunternehmen, Hoster und Service Provider dabei, digitale Unabhängigkeit zu stärken sowie Vertrauen durch Transparenz und Kontrolle zu schaffen.
Branche: IT, Software, Cloud-Lösungen
Unternehmenstyp: Aktiengesellschaft AG, District Court Cologne, HRB 95366
Umsatz: 50 Mio. EUR
Mitarbeiter: 200
Ausgangssituation im Unternehmen
- Weltweite Krisen machten die Abhängigkeit von monopolistischen IT-Anbietern deutlich. Datenschutzverstöße und mögliche Zugriffe auf europäische Daten durch US-Behörden führten zu Bedenken über die digitale Souveränität. Besonders für die öffentliche Verwaltung entstand die dringende Notwendigkeit, Alternativen zu schaffen, um im Falle eines Ausfalls oder Abschaltens fremdgesteuerter Systeme handlungsfähig zu bleiben.
- Die politische Bereitschaft, in Alternativen zu investieren, war jedoch begrenzt. Ziel war daher, ein Umfeld zu schaffen, in dem Open-Xchange frühzeitig eine Rolle spielen und erste Projekte umsetzen konnte, um bei wachsender Nachfrage handlungsbereit zu sein.
- Gleichzeitig sollte das Risiko minimiert werden, bei negativen politischen Entscheidungen flexibel aussteigen zu können.
- Die Betreuung von Early Adopter wie dem gesamten Bundesland Schleswig-Holstein, 8 Bildungsministerien zur Bereitstellung von Lehrerplattformen war ebenfalls ein erklärtes Ziel
- Der Auf-und Ausbau eines eigenständigen Geschäftsbereiches rundete das Mandat ab
Kernaufgabenstellung und Ziele des Mandates
- Der Auftrag: Aufbau des Geschäftsbereichs „Öffentliche Verwaltung“.
- Aufbau einer Gesamtlösung für den digital souveränen Arbeitsplatz in der öffentlichen Verwaltung, um Alternativen zu Microsoft 365 zu schaffen.
- Management (Kosten, Umsatz, Strategie, Risiko) von Alternativszenarien, um flexibel auf die wachsende Nachfrage reagieren zu können.
Maßnahmen
- Aufbau eines cross-funktionalen, agilen Teams (Vertrieb, Produktmanagement, Marketing, Entwicklung), ink. Rekrutierung und Auswahl neuer Mitarbeiter sowie innovative Personalgewinnungsmaßnahmen
- Einführung agiler Methoden und Etablierung einer selbstorganisierten Zellstruktur
- Ausbau von Partnerschaften mit Open-Source-Herstellern (u.a. Univention, Nextcloud, Collabora, Element, XWiki)
- Aufbau strategischer Partnerschaften in der öffentlichen Verwaltung (z.B. BMI, ZenDiS, Dataport, BWI)
- Verhandlung und Umsetzung von öffentlichen Weiterentwicklungsaufträgen
- Krisen- und Eskalationsmanagement in kritischen Projekten
- Entwicklung einer ganzheitlichen Produktstrategie (z.B. openDesk statt Silo-Lösungen)
- Unterstützung der OX-Partner BMI und ZenDiS bei Planung und Skalierung der Lösung
- Hands-on-Unterstützung bei Ausschreibungen und Erstellung von Use-Cases
- Kommerzielle Verantwortung und Repräsentanz gegenüber OX-Leadership und Supervisory Board
Herausforderungen
- Geringe Planbarkeit der Ressourcen, da Budget der öffentlichen Verwaltung sehr zeitverzögert zur Verfügung gestellt wurden, hoch volatil waren. In der Konsequenz konnten keine stabilen Teams aufgebaut werden, die kontinuierlich und ohne Unterbrechung arbeiten konnten, hätten wir nicht alternative Wege gefunden, um den kontinuierlichen Ausbau voranzutreiben.
- Langsame Entscheidungen in der öffentlichen Verwaltung: Zusammen mit Partnern eine Strategie entwickelt, um die Geschwindigkeit zu erhöhen, gleichzeitig das „monetäre Risiko“ überschaubar zu halten.
- Release einer Lösung, die in Zusammenarbeit mit 8 Unternehmen entstanden ist und bei denen Open-Xchange mit meiner Hilfe eine federführende Rolle gespielt hat.
Ergebnisse für das Unternehmen
Rollout der Lösung in 8 Bundesländern für Lehrkräfte.
- Beispiel Baden-Württemberg: 130.000 Lehrkräfte;
Als das Pilotprojekt eine kritische Phase erreichte, schaltete ich mich ein und steuerte in Zusammenarbeit mit dem Ministerium und einem Partner die nächsten Schritte, die das Pilotprojekt letztlich zum Erfolg führten. Siehe Presseerklärung des Landes Baden-Württemberg: Digitaler Arbeitsplatz für Lehrkräfte startet
Proof of Concept für die öffentliche Verwaltung in Schleswig-Holstein erfolgreich umgesetzt.
- Steering-Board mit Kunden und Partner eingerichtet. Projektleitung und -Steuerung reorganisiert, um schneller Ergebnisse zu erzielen.
- Siehe LinkedIn Post 17.07.2025, Dirk Schrödter, Minister und Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein. Die Ergebnisse der Umsetzung des Proof of Concepts: bereits 6.438 Nutzer in Schleswig-Holstein nutzen die Open-Xchange Plattform
Gewinnung neuer Kunden: Landesamt für Steuern in Bayern, Lehrermail Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt.
- Management mehrerer Partner, um gemeinsam und erfolgreich Ausschreibung zu gewinnen.
Entwicklung einer „Best of Breed“-Lösung mit Modulen von 8+ Herstellern zur Marktreife geführt: siehe Presseerklärung: ZenDiS launcht openDesk
- Als Sprachrohr für 8 Partner habe ich richtungsweisende Konzepte mit dem BMI erarbeitet bzw. in Zusammenarbeit mit der Dataport AöR Prozesse vereinfacht (Gründung ZenDIS auf Initiative des BMI)
Entwicklungsaufträge im Wert von über 3 Mio. € gesichert.
Signifikante Erhöhung des Monthly Recurring Revenue im Bereich „Öffentliche Verwaltung und Bildung“.
Über Oliver Nachtrab
Ich bin Oliver Nachtrab, ein erfahrener Interim Manager mit über 20 Jahren Führungserfahrung im Technologieumfeld – vom operativen Bereich bis ins C-Level. Mein Fokus liegt auf Vertrieb, Produktmanagement und Digitalisierung. Ich übernehme temporär General Management, Vertriebs- oder Produktverantwortung, treibe Veränderungsprozesse voran und liefere messbare Resultate.
Ich verstehe sowohl die Perspektive von Technikern als auch die von Führungskräften und bringe beide Welten zusammen, um ganzheitliche Strategien operativ umzusetzen. Meine Arbeitsweise ist pragmatisch, wertorientiert und geprägt von Hands-on-Leadership.







